Termine

Ein Überblick über die anstehenden Veranstaltungen im Vorfeld des WKR-Balls. Im Quote-Feld findet ihr die jeweiligen Ankündigungstexte.

– Mo, 25.Jänner: 19h
Podiumsdiskussion „Funktion und Aktualität von Männerbünden“
Aula, Universitätscampus Hof 1, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien

– Entfällt leider! –

Mit Eva Kreisky lässt sich der Männerbund zusammenfassend charakterisieren als männliche Identitätsstütze und Schutz vor der (Geschlechter-) Differenz, eine affektive und gleichzeitig streng geregelte Verbindung von sich untereinander und mit einem Ideal identifizierenden Männern, eine Gemeinschaft rigider Werte, die in der Regel aus der Überaffirmation des Bestehenden stammen, als eine hierarchisch strukturierte Gruppe „libidinös gebundene(r) Brüder“ mit spezifischen (fetischistischen) Verkehrsformen und Denkformen (Ehre, Tapferkeit, Freundschaft, Treue, Gefolgschaft, Führung usw.), eine Pseudo-Familie oder ein Familienersatz mit abgestuften Mitgliedschaften (Rezeption, Initiation), eine hermetisch abgeschlossene (elitäre) Gemeinschaft mit Hang zur Geheimhaltung (Exklusivitat) und Abwehr der Differenz (Feindbildproduktion).
Der Männerbund wird nicht nur aufgrund des Ausschlusses von Frauen kritisiert, sondern auch wegen der Ausbildung von bestimmter (heroischer) Männlichkeit, des autoritären Charakters oder Habitus ohne Mitleid sowie von bestimmten (Wahn)Vorstellungen von den Geschlechtern.
Im Wintersemester 2007 formierte sich erneut antifaschistischer Widerstand gegen den wöchentlichen „Bummel“ deutschnationaler Burschenschafter vor der Rampe der Universität Wien. Um den notwendigen Aktionismus eine theoretische Unterlage zu geben, entstand die Idee eine umfassende Broschüre zu dem Themenkomplex Burschenschaften in Österreich zu produzieren. Im Zuge der Präsentation dieser Borschüre veranstaltet die ÖH der Uni Wien eine Podiumsdiskussion, welche sich mit Aktualität und Funktion von Männerbünden auseinandersetzen will. Als Diskussionsteilehmer_innen sind angefragt: Christa Zöchling (Profil), Eva Kreisky (Uni Wien) und Karin Stögner (Institut für Konfliktforschung).

– Mi, 27. Jänner: 11h 30
„Burschis von der Rampe fegen“
Unirampe, Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien

siehe Ankündigungstext vom Mi, 20.Jänner

– Mi, 27. Jänner: 18h
Auschwitzbefreiungskundgebung am Judenplatz, 1010 Wien

Am 27. Jänner 1945 befreiten Soldat_innen der Roten Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, dessen Name in der Nachkriegsgeschichte zum Synonym des nationalsozialistischen Vernichtungsantisemitismus und dessen Nachwirkungen werden sollte.
Ein weitreichender Moment, doch als Tag, an dem mensch sich auf den Holocaust besinnt, will sich das Datum nicht recht einbürgern. Dafür gibt es zumindest einen vernünftigen Grund: Warum, so lässt sich fragen, soll ausgerechnet in Österreich der Befreiung gedacht werden? Das vermeintliche „Umdenken“ der vergangenen 20 Jahre hat kaum zu einer breit getragenen Gedenk- und Erinnerungskultur geführt. „Auschwitz“ ist ein gemiedener Begriff, mensch tut sich schwer mit der Feststellung, Nachfolgegeneration einer Täter_innen-Nation zu sein. Die schlichte Tatsache, dass in Auschwitz weit über eine Million Menschen systematisch ermordet wurden, scheint so unerträglich zu sein, dass sie in Vergleichen und Gleichwertereien immer wieder minimiert und zum Schweigen gebracht werden muss. Wir als Nachgeborene können uns nicht an die Gewalt, die Auschwitz für
seine Häftlinge, deren Familien und Freund_innen bedeutete, erinnern. Doch wir können ihrer Opfern gedenken. Nicht nur am 27. Jänner: Es bedarf weiterer Gedenk- und Kritikmomente, die Teil des Alltags einer Gesellschaft werden, deren stereotype Verfassung in mancherlei Hinsicht dieselbe geblieben ist, seit Auschwitz befreit wurde.
In der festen Überzeugung, dass eine qualitativ andere Zukunft nur durch die Aneignung der Vergangenheit möglich ist, laden wir euch herzlich ein, euch an der Gedenk- und Befreiungskundgebung am 27. Jänner 2009 zu beteiligen.

– Mi, 27. Jänner: 20h
Vortrag: Geschichte im Gesicht. Zur Politik und Geschichtsästhetik von Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“
Que[e]r, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

Vortrag mit Filmausschnitten zu Quentin Tarantinos Inszenierung von geschichtsmächtig handelnden widerständigen Subjekten in der Konfrontation mit nationalsozialistischem Rassismus und Antisemitismus, zur film- und popkulturhistorischen Positionierung von „Inglourious Basterds“ und zu Aspekten seiner filmkritischen Rezeption, sowie zur Frage einer (politisierbaren) Film-Ästhetik des Voraussetzungsbruchs.
Mit Drehli Robnik: Filmwissenschaftler, Researcher am Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft; lehrt seit 2000 an der Universität Wien (Institut für Theater-, Film und Medienwissenschaft), gelegentlich an der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/Main, Masaryk-Universität Brno

– Mi, 27. Jänner: 20h
Film „Der Untertan“ im Bahö Magasin, Fischerstiege 4 – 8, 1010 Wien

siehe Ankündigung vom So, 24.Jänner

http://bahoemagasin.blogsport.de/

– Fr, 29.Jänner: 18h
Demo gegen den rechtsextremen WKR-Ball
Treffpunkt: Europaplatz Wien

Burschenschafter raus aus der Hofburg!
Deutschnationale Männerbünde auflösen!
Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie immer und überall entgegenarbeiten!
Für eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Herrschafts- und Verwertungszusammenhänge!


Vergangene Termine:

– So, 27. Dezember: 17h
Info-Veranstaltung imAJZ in Spittal/Drau – Bernhardtgasse 3b 9800 Spittal/Drau
Veranstaltungstext siehe Ankündigung Klagenfurt/Celovec

– Mo, 28. Dezember: 19h
Info-Veranstaltung im Volxhaus in Klagenfurt/Celovec  – Südbahngürtel 24, 9020 Klagenfurt/Celovec (gegenüber vom Hauptbahnhof)

En Garde! WKR-Ball anfechten.

Am 29. Jänner findet zum 57. Mal der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Wiener Hofburg statt. Im WKR sind mehr als zwanzig lokale Studentenverbindungen organisiert, die sich politisch in einem Spektrum zwischen „national-freiheitlich“, völkisch-deutschnational und offen rechtsextrem bewegen. Der Ball ist mit etwa 2.000 Besucher_innen nach eigener Angabe das größte couleurstudentische Event im deutschsprachigen Raum. Neben Korporierten treffen sich dort auch Politiker_innen von FPÖ und BZÖ, sowie Funktionär_innen etlicher rechter und rechtsextremer europäischer Parteien. Es wird deutlich, dass Burschenschaften einmal mehr als Bindeglied zwischen der bürgerlichen Rechten und dem Rechtsextremismus fungieren. Es gilt dieses europaweite Treffen von Deutschnationalen, Rechtsparteien und offenen Rechtsextremist_innen zu skandalisieren und dem WKR-Ball entschieden entgegen zu treten.

Burschenschafter raus aus der Hofburg!
Deutschnationale Männerbünde auflösen!
Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie immer und überall entgegenarbeiten!
Für eine Gesellschaft jenseits kapitalistischer Herrschafts- und Verwertungszusammenhänge!

– Mi, 30. Dezember: 18h
Info-Veranstaltung zum WKR-Ball im Kafe Marat / Thalkirchnerstraße 104 (Aufgang 2), München

Im Rahmen des Mittwochskafes im Kafe Marat findet am 30. Dezember ein Vortrag zu den Aktionen gegen den WKR-Ball in Wien statt. Der WKR ist ein Zusammenschluss rechter bis rechtsextremer Studentenverbindungen aus dem deutschnationalen Lager. In den verganenen Jahren kamen Rechte und Rechtsextreme aus Österreich und ganz Europa zu hunderten auf den Ball und feierten sich und ihre reaktionäre Ideologie. Es zeigt sich, dass der Ball der männerbündischen Korporationen eine Schnittstelle zwischen der bürgerlichen Rechten und dem Rechtsextremismus darstellt. Diese Inszenierung des (deutsch-)nationalen Lagers darf nicht kommentarlos hingenommen werden.

– Di, 12. Jänner, 20h:
Sehnsucht & Widerstand. Rechte Agenden zwischen Nation und Europa
Veranstaltung der Gruppe AuA! zu Europapolitik(en) der FPÖ und Vernetzungsbestebungen der österreichischen mit der europäischen extremen Rechten.
Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

Wie ein blaues – oder braunes ? – Wurzelgeflecht ziehen sich die vermehrten Aktivitäten der FPÖ zur Einigung der europäischen Rechten durch die vergangenen Jahre und über den gesamten Kontinent. Sowohl im Europaparlament, auf der Suche nach einer gemeinsamen Rechtsfraktion oder bei Versuchen eine Europapartei aufzustellen, als auch auf Ebene kommunaler Zusammenschlüsse, in der vernetzenden Jugendarbeit, auf diversen Kongressen und Jahrestagen stehen die Freiheitlichen mit Eifer und guten Ratschlägen parat. Die als „Bonzokratie“ verachteten EU-Institutionen werden so zum finanziellen Düngemittel eines Rhizoms, das das rechte Spektrum vom Rechtskonservativismus bis hin zum Neonazismus zu einen sucht. Der Vortrag soll einleitend Akteur_innen, Inhalte und Perspektiven rechter Europapolitiken vorstellen und relevante Entwicklungen zusammenfassen. Ausgehend davon, dass das Subjekt des rechten Lagers und das des Staates und seiner Institutionen dasselbe ist, gilt es zu diskutieren, welche Perspektiven und Relevanz sich für antifaschistische Aktivist_innen, welche allzu oft in der Rekonstruktion regionaler Neonazibiografien verharren, ergeben.

http://aua.blogsport.de/2009/12/01/diday-von-dezember-bis-maerz/#jaenner

– Do, 14.Jänner: 19h
Infoveranstaltung in der Kapu in Linz – Kapuzinerstraße 36, 4020 Linz
Infoveranstaltung in Linz
http://treibsand.servus.at/node/2356

– Di, 19.Jänner: 18h
En Garde! Informationsveranstaltung zum WKR-Ball in Graz – Glacisstraße 1, 8010 Graz
Veranstaltet von der SJ Graz
Ankündigungstext siehe Klagenfurt/Celovec

– Mi, 20.Jänner: 11h30
„Burschis von der Rampe fegen“: Kundgebung gegen den wöchentlichen „Couleurbummel“ deutschnationaler Verbindungen
Unirampe, Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien

Jeden Mittwoch Mittag steht ein harmlos anmutender Karnevalsverein buntberockter Knaben auf der Rampe des Hauptportals und „zeigt Präsenz“. Mit ihren Kapperln, den farbenfrohen Bändchen und den martialischen Gesichtsverletzungen mögen sie spontan eher Mitleid oder Hähme hervorrufen – in Wahrheit ist ihr Treiben jedoch gar nicht zum Lachen. So vehement sich Lehrende wie Studierende der Uni Wien immer wieder von rechten Umtrieben verbal abgrenzen mögen oder sich sogar das Leitbild Antifaschismus auf die Fahnen schreiben: Das studentische Korporations(un)wesen ist fester Bestandteil des universitären Alltags in Wien. Dessen Aktivitäten an den österreichischen Universitäten – als Studierende, als Lehrende und jeden Mittwoch auf der Rampe – stellen ein beständiges höchst bedenkliches Ärgernis dar.
Wenn selbst offenkundigste Huldigungen rechter Vergangenheit und Gegenwart toleriert, ja sogar durch Polizist_innen geschützt werden, kann es für uns keine andere Möglichkeit geben als durch permanente Öffentlichkeit, direkte Aktionen und widerständiges Student_in-Sein dem rechtskonservativen bis neonazistischen Treiben entschlossen entgegenzutreten.

– Do, 21.Jänner: 20h
Politdisku Beisl: Infoveranstaltung zum WKR-Ball im EKH (Ernst Kirchweger Haus), Wielandgasse 2-4, 1100 Wien

Am 29. Jänner 2010 findet zum mittlerweile 57. Mal der alljährliche Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Hofburg statt. Im WKR sind mehr als zwanzig lokale Studentenverbindungen organisiert, die sich politisch in einem Spektrum zwischen „national-freiheitlich“, völkisch-deutschnational und offen rechtsextrem bewegen. Der bekannteste Mitgliedsbund ist derzeit sicherlich die Burschenschaft Olympia, deren „alter Herr“ Martin Graf skandalträchtig das Amt des dritten Nationalratspräsidenten bekleidet. Gerade die Olympia zeigt sehr deutlich die Scharnierfunktion deutschnationaler Korporationen zwischen der FPÖ einerseits und dem Neonazismus andererseits. So lassen sich Olympen für die FPÖ im Nationalrat, im Wiener Landtag, sowie im Parteivorstand auf Bezirks- und Landesebene finden. Gleichzeitig lud die Olympia aber in den letzten Jahren verschiedene neonazistische Liedermacher, als auch den Holocaustleugner David Irving in ihr Verbindungshaus ein. Daneben äußert sich die Olympia immer wieder rassistisch, antisemitisch und NS-verharmlosend.

Die rechte bis rechstextreme Zusammenkunft kann sich aber nur solange selbstsicher präsentieren, wie ihr kein organisierter Protest entgegen gesetzt wird und sich keine negativen Konsequenzen daraus ergeben./

http://med-user.net/~ekh/

– Sa, 23.Jänner: 20h
Info-Veranstaltung und Antifaparty (Auflegerei und Cocktailbar), I.da, Zwölfergasse 9, 1150 Wien
Veranstaltungstext siehe Ankündigung Politdiskubeisl

– So, 24.Jänner: 20h
Film: „Der Untertan“, I.da, Zwölfergasse 9, 1150 Wien
DDR 1951, Regie: Wolfgang Staudte, 104 Minuten

Diederich Heßling (Werner Peters), Sohn eines Papierfabrikanten im Wilhelminischen Deutschland, lernt schon in frühester Jugend die Bedeutung der Autorität kennen: er ist beherrscht von Angst vor dem tyrannischem Vater. Als Heranwachsender begreift Diederich, dass er der Macht zu Diensten sein muss um selbst Macht erlangen zu können. Während seines Chemie-Studiums in Berlin schließt sich Heßling der Studentenverbindung „Neu-Teutonia“ an und vervollkommnet sich in Chauvinismus und reaktionärem Denken. Nach dem Tod seines Vater übernimmt Heßling die Leitung der Fabrik und wird zum Herold der Reaktion in seiner Heimatstadt Netzig. Gesellschaftlich wie privat ist er bereit auf seinem Weg nach oben über Leichen zu gehen, er schmiedet Intrigen, denunziert seine Konkurrenten und hat Erfolg damit.
Der Film ist eine facettenreiche Studie über den autoritären Charakter, ein satirisches Portrait des geltungssüchtigen Opportunisten und Reaktionärs Diederich Heßling.
Literaturverfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Mann.

Mehr Infos unter: http://ideedirekteaktion.at/

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1 Kommentar »

  1. […] Aufruftext auf slowenisch. Aufrufe in weiteren Sprachen werden in den nächsten Tagen folgen. Unter Termine wurden etliche weitere Aktionen und Veranstaltungen hinzugefügt, die sich entweder direkt oder […]


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