27. Januar 2010

Aufruf: Autonom feministischer FrauenLesbenMädchenblock

Posted in 2010 um 6:31 pm von nowkr

Neben dem Aufruf zum queer-feministischen Block gibt es nun weiters den Aufruf zum autonom feministischen FrauenLesbenMädchenblock:

Aufruf für einen autonom-feministischen FrauenLesbenMädchen-Block gegen den WKR-Ball !
Bildet FrauenLesbenMädchenbanden überall!
Männerbünde angreifen – WKR–Ball unmöglich machen!
Treffpunkt: 29.1.2010, 18 Uhr, Europaplatz (Westbahnhof)
beim Transparent: „Lesbenbanden statt Männerbünde“

Wir, autonome Feministinnen rufen alle FrauenLesbenMädchen zur Teilnahme auf!

Hintergrund
Der jährlich in der Hofburg stattfindende WKR-Ball, wird veranstaltet vom Wiener Korporationsring (WKR) dem 21 deutschnationale Burschenschaften angehören. Sie stehen für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung, haben ein extrem antisemitisches, homophobes, rassistisches und frauenfeindliches Weltbild und fungieren als Kaderstätte und Verbindungsglied zwischen legal organisiertem Rechtsextremismus und der militanten Neonaziszene. Am Ball treffen und vernetzen sich, neben Burschenschaftern, FPÖ-PolitikerInnen, ehemalige NSDAP-Mitglieder und Vertreter rechtsextremer Parteien aus Europa. Die FPÖ hilft den völkischen Burschenschaftern durch die Vermittlung einflussreicher Posten, die Erwirkung öffentlicher Förderungen und das Abdrehen missliebiger Staatsschutzberichte, sie vertreten deren politische Position und ihre Anliegen in der politischen Arena , oft mit Burschenschaftern selbst in hohen Partei- oder staatlichen Ämtern. Dadurch können sie die Anliegen der Deutschnationalen in parlamentarische Foren tragen, ihre rechtsextremen Ansichten in der Bevölkerung verbreiten und tragen maßgeblich zu dem immer rechteren Klima bei.

Patriarchal und Frauenfeindlich
Deutschnationale Burschenschafter haben Werte wie der arische Bund und das deutsche Vaterland, für das sie das Leben des Einzelnen zu opfern bereit sind. Nicht–ArierInnen, Frauen und JüdInnen wird diese Opferbereitschaft, die Ehre, abgesprochen. Sie sind in Burschenschaften nicht zugelassen. Das traditionelle Machtgefüge könnte dadurch ins Wanken geraten und ihre BurschenHERRlichkeit den elitären Vorteil verlieren. Sie sind hierarchisch – organisierte Männerbünde und haben spezielle Umgangs- und Denkformen wie Ehre, Tapferkeit, Freundschaft, Treue, Gefolgschaft und Führung.
Frauen haben nach ihren Vorstellungen „still und schön“ zu sein und als Hausfrauen für zahlreiche Kinder für das „deutsche Volk“ zu sorgen und das Heim des Burschenschafters gemütlich zu machen.

„Weil der Deutsche wesentlich kriegerischer Natur ist, weil er Mann ist, weil er für die Freundschaft geboren ist, deshalb kann die Demokratie, die in ihrer letzten Konsequenz dazu führt, dass Weiber über Männer richten dürfen, niemals in Deutschland gedeihen.“

Burschenschafter arbeiten gegen Frauen, die nicht der patriarchalen Vorstellung von Weiblichkeit entsprechen, die sich politisch engagieren, studieren oder arbeiten. Sie sind für einen autoritären Machtstaat und mann-männliche Freundschaftsbünde. Ihre Vorstellung von Gesellschaftserneuerung sowie ihr Führungsanspruch geht mit Feindbildern einher, wie gegen JüdInnen, MigrantInnen, Frauen, Schwule und Lesben, Wehrdienstverweigerer und Menschen ohne akademische Ausbildung. Die Zulassung von Frauen an die Universitäten steht gegen ihre Ideologie von Universitäten als „Utopie der reinen Männergesellschaft“. Emanzipierte Frauen werden als Bedrohung und Konkurrenz empfunden, allein wenn sie nur die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Frage stellen und Forderungen nach besserer Ausbildung, Erwerbsarbeit und politischer Gleichstellung stellen.

Radikal – feministische Kritik
Als Feministinnen wehren wir uns mit allen Mitteln gegen die GewaltHERRschaft der männlichen Eliten und der kapitalistischen Klassengesellschaft. Wir wollen keine Gesellschaft aufbauend auf patriarchalen Werten, in der nur der Mann für gesellschaftliches und politisches Handeln verantwortlich ist und die Frau ausschließlich als Gebärmaschine dienen muss um den Erhalt der „deutschen Volksgemeinschaft“ zu garantieren.

„Der Frau eigentliche Aufgabe für die deutsche Volksgemeinschaft ist und bleibt Geburt und Aufzucht von Kindern. Und da mindestens drei Kinder pro Familie zur Volkserhaltung notwendig sind… ist der Lebensmittelpunkt der Frau die Familie.“…Zitat des deutschen Neonazis, Michael Kühnen.

Eine Konsequenz ist ein Berufsverbot für Frauen:
„Eine der Ursachen zunehmender Disharmonie in den Familien ist sicher auch in der immer weiter um sich greifenden und geforderten außerhäuslichen Berufstätigkeit der Frau zu suchen.“…Zitat von Kriemhild Trattnig, Landesfrauenreferentin der FPÖ Kärnten.

Die patriarchale Familie kann grundsätzlich nicht zu einer Befreiung der Frau führen weil sie ein männliches HERRschaftsmodell ist, das die Frauen zu Kindern und unbezahlter Reproduktionsarbeit zwingt und allein Männer davon profitieren. Wobei die Berufstätigkeit keine Befreiung für die Frauen darstellen muss, sondern sie nur in die zweite Knechtschaft, nach der Familie, führt.

Der Kampf gegen ein Grundrecht der Frau, der Abtreibung, ist ebenso Teil der rechten Ideologie (und Praxis) als auch der Kampf gegen Empfängnisverhütung. Aus diesem Umfeld, bejubelt von klerikalfaschistischen „Lebensschützern“, spricht sich Ewald Stadler für eine Abschaffung und gesetzliche Bestrafung der Abtreibung aus, da sie ein Tötungsdelikt sei, fordert dass Frauen stattdessen die Kinder nach der Geburt zur Adoption freigeben sollten, und wirbt für ein 15.000 Euro Müttergeld, das bei der Geburt eines Kindes der Frau ausgezahlt werden soll. Burschenschafter hetzen besonders gegen Frauen mit Migrationshintergrund: Heraufbeschworen wird die Gefahr des „Aussterbens des deutschen Volkes“ aufgrund der nachlassenden Gebärbereitschaft „deutscher“ Frauen, bei gleichzeitigem Anwachsen der Geburtenrate von MigrantInnen. In der männlichen Weltordnung der Burschenschafter dienen wir Frauen nur als Schmuck und Stütze des Mannes. Frauen die selbstbestimmt, also ihr eigenes, nicht durch einen Mann definiertes Leben leben oder gar aktiv in gesellschaftliche Prozesse eingreifen, sind in der patriarchalen Ordnung undenkbar und nicht vorgesehen. Nach Aussagen von Burschenschaftern sollte eine Frau „nicht versuchen aus dem althergebrachten Bild der Frau auszubrechen“, „anlehnungsbedürftig“ sein und sich „in erster Linie um die Familie kümmern“! Ganz zu schweigen von den Zuständen in den „ganz normalen“ Familien und bei bierseligen Stammtischen, an denen das „gesunde Volksempfinden“ und „Weiber an den Herd“- Parolen regieren.

Was wir wollen sind freie Frauen, wilde Mädchen, feministische Politik und feministische FrauenLesbenräume!
Für eine freie Gesellschaft und eine freie Welt!
Bildet Frauenbanden. Schafft Frauenräume!
Unsere Schönheit und Stärke liegt im gemeinsamen politischen Kampf!

Deshalb: gegen den Sexismus im Alltag und im Staat!
Raus aus der Isolation und rein in den autonom – feministischen FrauenLesbenMädchenblock !

Bildet FrauenLesbenMädchenbanden – Patriarchat, Kapitalismus, Nation und Imperialismus militant bekämpfen!

Rechtsextreme Männerbünde aufspüren und zerschlagen!

Für ein freies und selbstbestimmtes Leben ohne Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, Lesbenfeindlichkeit, Homo- und Transphobie und Heterosexismus!

Für eine starke antifaschistische und feministische Bewegung hier und weltweit!
FÜR EINEN KÄMPFERISCHEN AUTONOM – FEMINISTISCHEN FRAUENMÄDCHENLESBENBLOCK!

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